Motics schützt das Deutschland Ticket
Abo Tickets und speziell das Deutschlandticket mit seinen Derivaten Job-Ticket und Semesterticket liefern den weitaus größten Teil der Einnahmen der Verkehrsunternehmen. Die Tarifbedingungen besagen:
Das Deutschland-Ticket ist nicht übertragbar und wird als persönlicher Fahrausweis in Form einer Chipkarte oder als Handyticket ausgegeben, der mindestens den Namen und Vornamen des Fahrgastes beinhaltet. Ein Fahrausweis, der als Barcode-Ticket ausgegeben wird, beinhaltet zudem das Geburtsdatum des Fahrgastes.
Die Auswertung von großräumige Fahrgastkontrollen haben gezeigt, dass dasselbe Ticket, identifiziert durch Verkäufer-ID und Ticketnummer zur fast gleichen Zeit an mehr als 100 Kilometern entfernten Haltestellen erfasst wurde. Es muss sich also auf verschiedenen Handys befunden haben.
Eine Kontrolle mit Fahrgastnamen und Personalausweis wird nur selten durchgeführt, da sie zeitaufwendig ist. Wegen diesem häufigen Missbrauch wurde von der Teilnehmerversammlung von (((eTicket Deutschland 2025 die Motics-Technologie flächendeckend eingeführt.
Der Mobile Ticketing Crypto Service, kurz: Motics, stellt eine Verbindung zwischen den bestehenden Sicherheitssystemen von (((eTicket Deutschland und dem Smartphone des Fahrgastes her.
Seit Juni 2026 gibt der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) mit der MENTZ Gullivr App Tickets mit Motics-Kopierschutz aus.
Der Kopierschutz wird durch eine sog. Secure-ID hergestellt. Diese Secure-ID vergibt der VDV über eine zusätzliche Library (Lib) die in die Handy App eingebaut werden muss. Wenn der Nutzer die App geladen hat, besorgt die Lib nach dem ersten Aufruf diese Secure-ID vom VDV und die App gibt sie an den MENTZ Ticketshop, also an das Backend weiter. Die App erhält nach dem Fahrscheinkauf ein Ticket, bei dem die Secure-ID in der signierten Zeichenkette des Tickets, beim VDV „statische Berechtigung“ genannt, enthalten ist. Vor der Kontrolle muss die App die Fahrscheinzeichenkette zusammen mit der Uhrzeit und der Secure-ID aus der VDV-Lib auf der App nochmal signieren und den so erhaltenen QR-Code dem Prüfgerät vorzeigen. Das Prüfgerät vergleicht dann die Uhrzeit und die zwei Secure-IDs und kann so feststellen ob eine Kopie vorliegt.
Es gibt Fälle, die das Verfahren kompliziert machen. Die Umstellung auf Motics erfolgt im laufenden Betrieb.
- In vielen Fällen hat der Nutzer ein Abo für das Deutschlandticket. Wenn er jetzt neu eine Motics App installiert, dann behält er zunächst ein gekauftes gültiges Deutschlandticket, das aber keinen Motics-Schutz hat. Die existierenden Tickets auf seinem Handy, die mit Motics geschützt werden sollen, müssen sofort storniert und durch neue, mit Schutz ersetzt werden.
- Wenn der Nutzer schon eine Motics App hatte und sich ein neues Handy kauft und die App lädt, müssen beim ersten Login oder Laden der Tickets auch alle aktuell gültigen und evtl. schon vorhandenen, zukünftig gültigen Tickets durch neue Tickets ersetzt werden.
MENTZ hat das gesamte Verfahren für den Kunden und den Kunden-Support so transparent wie möglich umgesetzt. Im Serviceportal des Ticketshops werden alle Aktionen angezeigt.
Die folgenden Abbildungen zeigen dasselbe Ticket. Alle 15 Sekunden wird es neu signiert und man sieht, dass die Barcodes wegen der geänderten Signatur unterschiedlich sind. Das Kontrollgerät erkennt auch die Uhrzeit der Generierung sekundengenau und kann so sicher sein, dass es sich um keine Kopie handelt.

