Datenmanagement

Der Betrieb großer Auskunftssysteme aber auch das Bereitstellen von Daten im Internet läuft in Prozessen ab. Im Wesentlichen gliedert sich der Arbeitsablauf in:

  • Daten erstellen und sammeln
  • Daten prüfen
  • Daten konvertieren
  • Daten verteilen


Für große Auskunftssysteme, die Flächen mit Millionen von Einwohnern bedienen, sind große Datenmengen zu bewegen. Mit dem Aufkommen der Echtzeitsysteme werden tagesaktuelle Daten gefordert. Die Prozesse müssen also sehr oft und sehr schnell ablaufen. Im Auskunftsgebiet der englischen Traveline Regions Greater London, South East, East Anglia, East Midlands, West Midlands und South West leben und arbeiten ca. 30 Millionen Menschen. Der öffentliche Verkehr umfasst ca. 20.000 Linien. Es soll eine tägliche Datenversorgung des Systems geben.

Das derzeit größte System im D-A-CH Gebiet, welches die NVBW (Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg) betreibt, umfasst die Daten der deutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, sowie die der Länder Österreich, Schweiz und des französischen Elsass. Das Gebiet hat mehr als 70 Millionen Einwohner. Der öffentliche Verkehr besteht aus mehr als 63.000 Linien.

Die Qualität der Auskünfte kann man auf Grund der riesigen Datenmenge nicht mehr umfassend prüfen, wenn die Auskünfte gerechnet sind, sondern der Prozess selbst muss die Qualitätskontrolle umfassen. Qualitativ hochwertige Daten sind die Voraussetzung für eine hochwertige Auskunft. Unter Qualität ist zu verstehen:

  • Referenzielle Integrität (Haltestellen die angefahren werden müssen existieren)
  • Plausibilität (Verkehrsmittel dürfen keine extremen Geschwindigkeiten fahren)
  • Vollständigkeit (das ganze Verkehrsangebot muss dargestellt werden)
  • Aktualität (das Angebot muss rechtzeitig in das Auskunftssystem einfließen)


Neben den Fahrplandaten gehört zu einem Auskunftssystem auch die Geografie. Das System muss in der Lage sein:

  • Geographiedaten zu importieren
  • Fahrplandaten zu referenzieren
  • Das Auskunftssystem mit Geografiedaten zu versorgen, um Routing und Kartenzeichnen zu ermöglichen
  • Kartenkacheln zu rechnen


Schließlich braucht ein Auskunftssystem für Tür-zu-Tür-Auskünfte Adressdaten. Diese müssen zusammen mit Haltestellen, Orten und POIs zur Versorgung der Start- und Zielidentifikation bereit gestellt werden.


Das Datenmanagementsystem hat dabei folgende Aufgaben:

  • Ermöglichen und Unterstützen eines weitestgehend automatischen Prozessablaufs zur Versorgung des Auskunftssystems
  • Durchführung permanenter Qualitätskontrollen in allen Prozessen und Dokumentation der Qualität


DIVA Daten werden in Teilnetzen verarbeitet, die für eine große Auskunft integriert werden. Im oben genannten NVBW-Beispiel sind mehr als Hundert Teilnetze zu verarbeiten.

Für eine schnelle Verarbeitung ist Parallelarbeit unerlässlich. Das Datamanagement führt permanent Kontrollen durch und meldet die Ergebnisse an die Prozesssteuerung und die Lieferanten. Protokolle und ein Balkendiagramm zeigten den Fortschritt der automatisierten Prozesse an. Das folgende Balkendiagramm hat Stundenauflösung links und Minutenauflösung rechts.

Stundenauflösung
Minutenauflösung

Möchten Sie mehr Informationen ?

Kontaktieren Sie uns per Email an
info@mentz.net

oder per Tel.: +49 (0)89 418 68-0

Fallstudie: DEFAS Bayern

mdv liefert nationales Auskunftssystem in UK

Artikel aus mdv-aktuell 1-2014